© Lisa Krusche © Charlotte Krusche, Marfutova Yulia © privat, Bazyar Shida © Tabea Treichel

Online-Gespräch | 11. Mai 2021

Wer bin ich? Ein Autorinnengespräch über Identität Herkunft

Wir möchten Ihnen drei Bücher, drei Autorinnen und drei literarische Stimmen vorstellen, die Sie nicht verpassen sollten. Lisa Krusche, Shida Bazyar und Yulia Marfutova veröffentlichen dieses Frühjahr ihre neuen Romane. Darin geht es um Freundschaft, um Umbrüche und vor allem um die Frage, wie wir wurden, wer wir sind. Welche Rolle spielt Herkunft für die eigene Identität – in den Werken, aber auch in den persönlichen Geschichten der Autorinnen? Oder was macht uns wirklich aus?

Shida Bazyar zeigt in »Drei Kameradinnen«, was es heißt, aufgrund der eigenen Herkunft immer und überall infrage gestellt zu werden. Lisa Krusche wirft in ihrem Debütroman »Unsere anarchistischen Herzen« die Frage auf, wie man gegenwärtig eigentlich noch rebellieren soll, wenn sich alles schon verloren anfühlt. Und der Roman »Der Himmel vor hundert Jahren« von Yulia Marfutova spielt in einem russischen Dorf um 1918, die russische Revolution steht vor den Toren. Das Buch ist gerade im Kontrast zum Heute so spannend, denn die Welt von damals gibt, ganz nebenbei, Antworten auf die wichtigsten Lebensfragen, die zeitlos sind: Wer bin ich? Und wer sind wir?

Lernen Sie die drei Autorinnen persönlich kennen und stellen Sie bei unserer Zoom-Veranstaltung Ihre Fragen.

Datum Dienstag, 11. Mai 2021
Uhrzeit 20 Uhr
Ort Online auf www.freunde.zeit.de
Kalendereintrag In Kalender speichern (.iCal)

Das Live-Video mit Lesung und Gespräch beginnt am 11. Mai um 20 Uhr. Sie erhalten spätestens eine Stunde vor Beginn eine E-Mail mit allen Informationen zur Teilnahme und dem Link zum Video.

In den Büchern liest sich das dann so:

»Uns gibt es in dieser Welt nicht. Hier sind wir weder Deutsche noch Flüchtlinge, wir sprechen nicht die Nachrichten und wir sind nicht die Expertinnen. Wir sind irgendein Joker, von dem sie noch nicht wissen, ob sie ihn einmal zu irgendetwas gebrauchen können.«
Aus »Drei Kameradinnen« von Shida Bazyar


»Außenspiegel abtreten und Fensterscheiben einwerfen und Motorräder demolieren färbt die Welt ganz rosa, so ein Rosa wie an den Rändern des Horizonts, wenn die Nacht in den Tag übergeht. Nie nachdenken, nichts zurückhalten, immer drauf, Wut nehmen und zuschlagen, so funktioniert Zerstörungsmodus.«
Aus »Unsere anarchistischen Herzen« von Lisa Krusche


»Es heißt, der Fluss brachte mit einem seiner Schiffe auch das Röhrchen. Anders kann es nicht gewesen sein, hier in der Gegend hat schließlich alles mit dem Fluss zu tun; alles hat mit allem zu tun und jeder mit jedem. Nur gut, sagen die Alten im Dorf, dass Pjotr noch nicht darüber nachgedacht hat. Wie würde sie ihn ärgern, diese Verbindung von Röhrchen und Fluss, diese Hinterhältigkeit, in der das Dahinterstecken schon angelegt ist, allein der Gedanke, dass es so besehen der Fluss ist, sein Fluss, der ihn zum Ausspucken bringt.«
Aus »Der Himmel vor hundert Jahren« von Yulia Marfutova

Die Bü­cher des Abends

Die Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re des Abends

In Ko­ope­ra­ti­on mit

Jetzt zum Newsletter »Was wir lesen« anmelden

  • Persönliche Buchempfehlungen von Journalisten, Künstlerinnen, Politikern und Leserinnen und Lesern
  • Verlosungen der spannendsten Neuerscheinungen
  • Kostenlose Hörbücher und Leseproben
  • Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen mit Autorinnen und Autoren
  • Jede Woche, kostenlos in Ihrem Postfach

Aktuelle Buchempfehlungen



Gespräche mit Autorinnen und Autoren

ZEIT für Literatur – Der Vorlesepodcast