Katja Petrowskaja © Gunter Glücklich/Suhrkamp Verlag; Volker Weidermann © Reto Klar

Online | 1. Juni 2022

Schreiben, Lesen, Reden gegen das Vergessen – ein Autorinnengespräch mit Katja Petrowskaja

1970 in Kiew geboren, lebt die Schriftstellerin Katja Petrowskaja seit 1999 in Berlin. Sie zählt zu den bedeutendsten literarischen Stimmen dieser Zeit und hat ihren Einfluss in den vergangenen Wochen oft genutzt, um auf die globale Dimension des Ukraine-Kriegs aufmerksam zu machen. So schreibt Katja Petrowskaja in einem offenen Brief, der in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« veröffentlicht wurde: »In der Ukraine entscheidet sich, wie unsere Welt künftig aussehen wird.« Über die Bedeutung dieses Krieges für die Welt und über ihre persönlichen Einschätzungen zur aktuellen Lage in der Ukraine wird unser ZEIT-Feuilletonchef Volker Weidermann mit ihr sprechen.

In ihrem Debütroman »Vielleicht Esther«, für den sie den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt, rekonstruiert sie die Geschichte ihrer Familie und schafft dabei ein Panorama der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Auf den Spuren ihrer Vorfahren reist Petrowskaja nach Kiew, Berlin, Warschau. Sie schreibt über Pogrome, Vertreibungen und den Holocaust, über den Sozialismus und den Kommunismus und stemmt sich so gegen das Vergessen.
Mit ihrem neuen Buch »Das Foto schaute mich an« legt sie nun nach: kurze, packende Betrachtungen des Lebens, Zeitgeschichte und eine eigene Form des Erzählens, auf minimalem Raum verdichtet. Wir freuen uns, mit dieser bedeutenden Stimme Osteuropas ins Gespräch zu kommen, und haben Petrowskaja hier in der Literaturcommunity zu unserer Autorin des Monats gemacht. Am 1. Juni auf Zoom geht es um das Schreiben gegen das Vergessen, um den Krieg in der Ukraine, aber natürlich auch um ihre beiden Bücher. Wie immer werden Ihre LeserInnen-Fragen unser Leitfaden sein.

Wir freuen uns auf Sie und all Ihre Fragen, die Sie gerne vorab oder live während der Veranstaltung stellen können.

Datum Mittwoch, 1. Juni 2022
Uhrzeit 19 Uhr
Ort Online auf www.freunde.zeit.de
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Unser Buch des Monats Mai 2022

»Das Foto schaute mich an« von Katja Petrowskaja

Ein Bild trifft den Blick der Betrachterin und lässt sie nicht los. Das Foto einer geisterhaften Pflanze in einem Tschernobyl-Buch. Das rauchvernebelte Gesicht eines Grubenarbeiters in einer Kiewer Ausstellung. Oder ein syrisches Flüchtlingspaar bei der Landung auf Lesbos, abgedruckt in der New York Times. Woraus besteht die Gegenwart? Aus dem, was in Ausstellungen hängt, an Plakatwänden verwittert oder über die Bildschirme läuft? Wie gelingt es, den intimen Moment der Bestürzung oder des Staunens in Sprache zu verwandeln?

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