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Der Schauspieler David Kross über den Roman »Der Meister und Margarita« des sowjetischen Schriftstellers Michail Bulgakow (1891–1940):

»Es ist ein wunderbares, kluges und dabei wirklich nicht schwer zu lesendes Buch.«

Als ich vor Kurzem wegen einer Zahnbehandlung drei Stunden lang still sitzen musste, hatte ich das Glück, an einen Zahnarzt geraten zu sein, der sehr mitteilungsfreudig war. Er hat mir einige seiner Lieblingsbücher empfohlen. Eines davon war »Meister und Margarita«. Mein Zahnarzt ist überrascht, dass es davon keinen aktuellen Film gibt: Dank der fantastischen Elemente würde sich dieses Buch sehr dafür anbieten. Ich hatte noch nie von diesem Bestseller gehört, habe ihn gleich gelesen und war begeistert. Dass dieser Roman in Russland Kult geworden ist, liegt vor allem an den satirischen und diabolischen Elementen, mit denen Bulgakow das Leben und den Alltag im stalinistischen Moskau der Zwanziger-, Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts schildert.

 

Halten Sie dieses Buch gerade jetzt für aktuell?
Mir macht das Lesen einfach Spaß, es ist ein wunderbares, kluges und dabei wirklich nicht schwer zu lesendes Buch. Letztlich geht es um Freiheit. Und die ist immer aktuell.

Wem würden Sie es eher nicht empfehlen?
Es ist absolut nichts für Leser, die nach trockenem Realismus suchen.

Und was lesen Sie sonst so?
»Vom Ende der Einsamkeit« von Benedict Wells oder »Ein wenig Leben« von Hanya Yanagihara. Beide Bücher haben mich tief berührt.

 

David Kross (Jahrgang 1990) spielte bereits während seiner Schulzeit Theater und überzeugte mit 15 Jahren in Detlev Bucks »Knallhart« in der Rolle des Michael Polischka. Als Siebzehnjähriger wurde er einem internationalen Publikum bekannt – als der »Vorleser« an der Seite von Kate Winslet, Ralph Fiennes und Bruno Ganz in der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Bernhard Schlink. Einen ganz anderen Charakter verkörperte Kross in Marcus H. Rosenmüllers Film »Trautmann«, in dem er den deutschen Torwart gibt, der als Kriegsgefangener 1945 nach England kommt und dort Karriere macht.

 

Der Meister und Margarita

Von Michail Bulgakow (Neuübersetzung 2020)

Moskau zu Beginn der 1930er-Jahre: Der Teufel sucht die Stadt heim und stürzt ihre Bewohner mit Unterstützung seiner Zauberlehrlinge in ein Chaos aus Hypnose, Spuk und Zerstörung. Es ist die verdiente Strafe für Heuchelei, Korruption und Mittelmaß. Doch zwei Gerechte genießen Satans Sympathie: der im Irrenhaus sitzende Schriftsteller, genannt »Meister«, und Margarita, dessen einstige Geliebte. Dass »Der Meister und Margarita« zu den Werken gehört, die man unbedingt gelesen haben sollte, fanden übrigens auch zahlreiche Leserinnen und Leser und haben das Buch auf Platz 20 in unsere Liste der Klassiker der Weltliteratur gewählt. Diese im Anaconda-Verlag erschienene Fassung wurde von Alexandra Berlina neu übersetzt. Der Autor, Michail Bulgakow, gilt als einer der größten russischen Satiriker und hatte zeitlebens unter der stalinistischen Zensur zu leiden. Seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden, seine bedeutendsten Prosawerke konnten erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. Der gelernte Arzt wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren und starb am 10. März 1940 in Moskau.

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