ZEIT-Redakteur Fritz Habekuß empfiehlt »Perfumes – The A–Z Guide« von Luca Turin und Tania Sanchez:

»Ich verliere mich regelmäßig in den Seiten, vor allem, weil das Buch so unglaublich unterhaltsam ist, voller Witz und Klugheit steckt und oft genug auch richtig schön böse ist.«

 

Ich gebe mich hiermit als Nerd zu erkennen, aber wenn Sie sich auch nur ein kleines bisschen für Duft interessieren und »Perfumes – The A–Z Guide« noch nicht kennen, dann ist es das wert. Die Duftkritiker und Partner Luca Turin und Tania Sanchez besprechen hier 1600 Parfums, ganz wie andere Leute Opern oder Malerei, aber genau das sind gute Parfums ja schließlich: Kunst. Große und unsterbliche sogar, so wie Mitsouko von Guerlain, das ich bei meinem Freund Piotr entdeckte, als ich ihn vor einer Weile besuchte. Piotr bezahlte eine Zeit lang für den Unterricht bei einem exzentrischen Dirigenten in Parfums, seitdem ist er ihnen auch verfallen, und bei ihm sah ich dieses Buch zum ersten Mal.

Jedenfalls verliere ich mich regelmäßig in den Seiten, vor allem, weil das Buch so unglaublich unterhaltsam ist, voller Witz und Klugheit steckt und oft genug auch richtig schön böse ist (Miss Dior, 2009 Update: »immer noch furchtbar«). Ich mochte Parfums schon immer, aber seit dem ich mich noch intensiver mit ihrer Geschichte auseinandersetzte – einige sind über 100 Jahre alt, Trends (die gibt es) und den Zutaten (googeln Sie mal, was Oud ist und woher Amber ursprünglich kommt), ist meine Welt ein bisschen spannender und vor allem aufregender geworden. Falls Ihre Impulskontrolle zu wünschen übrig lässt, würde ich von diesem Buch abraten. Sie werden sich sonst sehr schnell sehr viele Parfums kaufen. Aber es geht hier nicht um Konsum. Sondern darum, mit mehr Sinnen wahrzunehmen als nur mit den Augen und Ohren. Anfangs ist es verwirrend, wie schwer man sich dabei tut, Worte für das zu finden, was man riecht. Wenn Sie Inspiration brauchen, wie das geht, dann wissen Sie jetzt ja, wo Sie sie finden.

 

Fritz Habekuß ist Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. In seinen Reportagen beschäftigt er sich viel mit dem Verhältnis von Mensch und Natur. Darüber hat er jetzt auch gemeinsam mit dem Autor und Moderator Dirk Steffens ein Buch geschrieben. Der Bestseller »Über Leben – Zukunftsfrage Artensterben: Wie wir die Ökokrise überwinden« zeigt, wie in der Natur alles mit allem zusammenhängt und warum der Erhalt der Artenvielfalt überlebensnotwendig für die Menschheit ist.

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