Die Schau­spielerin Heike Trinker über den Roman »Noatun« von William Heinesen:

 

»Der Text ist von unge­heurer Wärme und dringt zu großer Tiefe vor.«

 

Das Buch in einem Satz
Einfach. Er­greifend.

Wie sind Sie auf das Buch ge­kommen?
Durch eine Rezension in Deutsch­land­radio Kultur.

Was macht das Buch für Sie gerade jetzt aktuell?
Das Buch greift die all­gemeine Sehn­sucht nach mehr Zusammen­halt, nach Mit­mensch­lich­keit und Klar­heit in der Wirr­nis dieser Zeit auf. Darüber hinaus ist es ein Winter­buch.

Wen würden Sie vor dem Buch warnen und warum?
Menschen, die Geschichten aus­er­zählt haben möchten, sollten die Hände von diesem Buch lassen. Heinesen erzählt frag­mentar­isch. Charaktere und Be­ziehungen werden ein­fach, fast archaisch ge­zeichnet. Fast spröde wirkt dies manch­mal an der Ober­fläche, darunter aber ist der Text von unge­heurer Wärme und dringt zu großer Tiefe vor.

Was bleibt nach dem Lesen?
Die Erkennt­nis, dass jeder Mensch liebens­wert ist. Man darbt, leidet und kämpft mit den Prota­gonisten gegen die Mächte der Natur um ein unwirt­liches Stück Land, das Existenz­grund­lage werden soll. Und spürt die Kraft von Werten wie Verläss­lich­keit, Ver­trauen, Ver­zeihen. Mit Sprach­bildern, die ge­waltig und schön sind.
Und selbst zweifel­hafte Charaktere er­scheinen liebens­wert, der Brüchig­keit des Mensch­seins schenkt der Autor tiefes Ver­ständ­nis.

Haben Sie beim Lesen des Buches etwas Neues(über sich) gelernt?
Nein. Aber ich habe mit dem Lesen dieses Buches wieder er­lebt, dass gute Literatur glück­lich und reich macht. Und dass es sich weiter­hin lohnt, an das Gute im Menschen zu glauben.

Wenn Sie mit einem Charakter aus dem Buch tauschen könnten, welcher wäre das und warum?
Das Besondere an dem Buch: alle Charaktere sind gleich-wertig. Und von innerer Schön­heit.

Wo lesen Sie am liebsten und warum?
Auf meinem Sofa habe ich die größte Ruhe und das beste Licht. Es geht aber auch in der Bahn, am Strand, im Bett, im Warte­zimmer, beim Friseur …

Und was lesen Sie sonst so?
Am liebsten lese ich Belletris­tik: Alice Munro, Valerie Fritsch, Ayelet Gundar-Goshen, Joseph Roth, Saša Stanišić, Paul Auster. Und ich liebe Lyrik: Else Lasker-Schüler! Ingeborg Bach­mann, Mascha Kaléko, Wisława Szymborska, Erich Kästner, Christian Morgenstern, Robert Gernhardt.

 

Zunächst studierte sie Theologie. Nun ist Heike Trinker seit über dreißig Jahren Schau­spielerin. Bekannt ge­worden ist sie vor allem durch Rollen in Serien wie »Verbotene Liebe«, »Sturm der Liebe« und »Alles, was zählt«. Darüber hinaus über­zeugte sie in diversen »Tatort«-Folgen und be­geisterte an der Seite von Wolfgang Stumph in der ZDF-Reihe »Stubbe – Von Fall zu Fall«. Aktuell ist sie in dem Inga-Lind­ström-Film »Minnas Traum« im ZDF zu sehen. 

 

»Noatun«

Von William Heinesen (1938)

 

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