12. November 2019 | Hamburg

Redaktionsbesuch bei der ZEIT mit Jeannette Otto aus dem Wissen-Ressort und Chefredakteur Giovanni di Lorenzo

Bei den Freunden der ZEIT, dem Programm für unsere Abonnentinnen und Abonnenten öffnen wir für Sie überall dort die Türen, wo die ZEIT entsteht. Also auch im Hamburger Helmut Schmidt Haus – der Heimat unserer Zeitung seit über 73 Jahren.

Wie entsteht die ZEIT? Durch wie viele Hände wandert ein Zeitungsartikel bevor er gedruckt wird? Was macht ein Themen-Depp? Und wer entscheidet eigentlich über die ZEIT-Titelgeschichte? Dies waren nur einige von vielen Fragen, die die Sie an unsere Journalisten in der ZEIT-Kantine hatte.

 
© Maximilian Probst

Jeannette Otto (rechts im Bild) ist schon seit fast 13 Jahren Redakteurin der ZEIT. Sie ist Expertin für Bildungs- und Familienthemen und hatte für die aktuelle Produktionswoche auch noch den Hut der so genannten »Blattmacherin« auf. Ihre Aufgabe war es also für die Zeitung das Zusammenspiel aus Bild, Text und Design in ihrem Ressort zu koordinieren.

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Etwa 130 Abonnentinnen und Abonnenten waren am Dienstag mit dabei, um schon vor Redaktionsschluss den Journalisten ihrer Zeitung über die Schulter zu blicken.

Jeannette Otto erzählte von einer Langzeitrecherche aus dem Wissen-Ressort, an dem die Kollegen seit mehreren Monaten arbeiteten. Denn in vielen WhatsApp-Chats an deutschen Schulen teilen Kinder teilweise verstörende Inhalte miteinander – meist unter dem Radar der Eltern oder Lehrer.  Anstoß zum Zeitungsartikel war der Chat einer 9. Schulklasse aus Nordrhein-Westfalen. Lesen Sie hier die Analyse und Ausschnitte aus dem Chat nach>>

 

An exemplarischen Arbeitsschritten aus Gewerken, die den meisten Leserinnen und Lesern unsichtbar bleiben, erklärten Jeannette Otto (Wissen-Ressort) und Wencke Tzanakakis (Freunde der ZEIT) die Produktionswoche der ZEIT. Und die beginnt bei unserer Zeitung an einem Mittwoch und endet an einem Dienstag. Hier auf dem Foto sehen Sie etwa den Seitenplan unserer Chefin vom Dienst, die dafür verantwortlich ist, dass alle Zeitungsseiten auch pünktlich an die Druckerei gesandt werden, um am Donnerstag in Ihren Postkästen zu stecken.

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Vermutlich ist Ihnen schon aufgefallen, dass das Chancen- mit dem Wissenressort seit September 2019 zusammengelegt wurde und nun als Wissen I und Wissen II Ihrer Zeitung beiliegen. Jeannette Otto, die vormals Chancen-Redakteurin war, gehört inzwischen auch zu dem größten Ressort der ZEIT, dem Wissen. Aus dieser Zeitungswerkstatt erzählte Jeannette etwa über die neuen Themencluster, in denen sich die Kollegen nun interdisziplinär austauschen. Und sei es Technik über Humanities bis Bildung gibt es eine Rolle in den Themen-Teams, die für besonders viel Aufsehen am Abend gesorgt hat: Die neu geschaffene Rolle der »Themen-Deppen«. In jedem Spezialgebiet wird nun ein Kollege hinzugenommen, der sich mit der Materie überhaupt nicht auskennt. Um mit seinen Nachfragen die Spezialisten herauszufordern, und so für besonders verständliche Artikel im neuen Wissen I und Wissen II zu sorgen.

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Nach 45 Minuten Eintauschen in die Arbeit des Wissen-Ressorts kam Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in die Kantine, um sich den Leserfragen zu stellen. Dabei hatte er…

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…die aktuellen Entwürfe für die nächste Titelseite der ZEIT dabei. Zuerst zeigte er die verworfenen Designs. Danach seine getroffene Wahl für Überschrift und Optik – in dieser Woche sollte es um die neuesten Erkenntnisse zum Thema Überbevölkerung gehen.

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Zufällig kam in der ZEIT-Kantine auch die Streit-Ressortleiterin Charlotte Parnack vorbei (rechts im Bild). Denn normalerweise findet am Dienstagabend hier das Redaktionsessen für die noch spät produzierenden Kollegen statt. Heute war die Bewirtung in einen anderen Konferenzraum umgezogen und stattdessen antwortete Charlotte Parnack spontan auf die Leserfragen zur neuen Streitkultur in der Zeitung.

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Streitlustig ging es auch nach Charlotte Parnacks Kurzbesuch in der ZEIT-Kantine weiter, denn eine Leserin sah es ganz anders als Giovanni di Lorenzo. In seinem Leitartikel der zurückliegenden Woche ging der Chefredakteur auf Spurensuche: »Warum fehlt es den Kandidaten der alten Volksparteien an jener Ausstrahlung, die Menschen erst mobilisiert?«

Die angereiste Leserin mochte die Überlegungen des ZEIT-Chefs rund um mangelndes Charisma bei CDU und SPD nicht teilen. Wie sehen Sie das? Lesen Sie hier Giovanni di Lorenzos Kommentar über die Parteispitzen der Volksparteien nach>>

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Die Leser interessierten darüber hinaus die Lehren der ZEIT aus dem Relotius-Betrugsskandal, der Umgang mit Werbung, vor allem, wenn daneben ein kritischer journalistischer Artikel zu lesen ist und die Frage: Inwiefern künstliche Intelligenz auf absehbare Zeit im redaktionellen Alltag helfen kann.

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