© Simon Maage / Unsplash

Helmut-Schmidt-Zukunftspreis

Living Democracy

„Selten war es so deutlich: Die Menschheit und ihr Planet brauchen Veränderung. Für Frieden und Freiheit. Für Umwelt und Klima. Für Chancengleichheit und sozialen Ausgleich“, sagt Uwe Jean Heuser, Juryvorsitzender des Helmut-Schmidt-Zukunftspreises. Aus diesem Grund haben die drei Partner – DIE ZEIT, die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und THE NEW INSTITUTE – mit dem Helmut-Schmidt-Zukunftspreis 2022 eine Auszeichnung ins Leben gerufen, die jährlich an eine internationale Persönlichkeit für ihre innovativen Leistungen in den Bereichen Demokratie, Gesellschaft und Technologie verliehen wird.

Am 15. Mai wurde Meredith Whittaker im Hamburger Thalia Theater mit dem Helmut-Schmidt-Zukunftspreis 2024 ausgezeichnet. Die Signal-Präsidentin erhielt den Preis für ihren Einsatz zugunsten einer humanen und gemeinwohlorientierten Entwicklung künstlicher Intelligenz. Meredith Whittaker ist eine der einflussreichsten Stimmen in der Debatte über KI. Sie sprach mit Uwe Jean Heuser unter anderem über die Sicherung der Privatsphäre im Internet: “I wanna be known for my work and not for trivialities about my teen years”.

Sieben junge Zukunftsgestalterinnen und -gestalter und Ella Elia Anschein haben bei der Preisverleihung ihre Ideen präsentiert, die sie beim Helmut-Schmidt-Zukunftsfestival vom 13. bis 15. Mai 2024 an der Leuphana Universität entwickelt hatten.

Joschka Fischer erinnerte im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo daran, dass auch wichtige Ziele – wie der Klimaschutz – demokratische Mehrheiten brauchen. Fischer sprach die junge Generation direkt an, und bezog sich auf die Perfomance „Was wir nicht bereuen werden“, die die Zukunftsgestalterinnen und -gestalter aufführten.

Im Anschluss wurden alle Gäste zu einem Get-Together auf die Bühne und ins Nachtasyl eingeladen.

Meredith Whit­ta­ker er­hält den Hel­mut-Schmidt-Zu­kunfts­preis 2024

Alle sprechen über künstliche Intelligenz – über deren Chancen und Gefahren. Die Frage, wie man sie human und gemeinwohlorientiert entwickelt, ist von höchster Aktualität. Meredith Whittaker ist eine der einflussreichsten Stimmen in der Debatte über KI – egal ob als aufbegehrende Google-Entwicklerin, Professorin an der New York University oder Regierungsberaterin. Heute ist sie Präsidentin der Signal Stiftung, die den gleichnamigen Messenger-Dienst verantwortet. Die Jury des Helmut-Schmidt-Zukunftspreises zeichnet sie dafür aus, dass sie für eine verantwortungsvolle und menschengerechte Entwicklung der KI kämpft.

Logo: Helmut Schmidt Zukunftsfestvial
© Leuphana Universität

Das Helmut-Schmidt-Zukunftsfestival 2024

Was würden wir später bereuen, weil wir es nicht getan haben?

In diesem Jahr geht es beinahe schon um alles. Der Populismus fordert die Demokratie heraus, die fossile Wirtschaft den Planeten, die Künstliche Intelligenz unseren Wertekompass. Die Gesellschaft bildet sich rasant neu, mit uns oder ohne uns. Besser, wir überlassen den Wandel nicht dem Zufall und schon gar nicht irgendwelchen zerstörerischen, anti-humanistischen Kräften. Besser, wir gehen bewusst daran, die nächste Gesellschaft zu erfinden.

Das Neue in die Welt zu tragen, mit den Menschen im Sinn: Das ist das Anliegen des Helmut-Schmidt-Zukunftsfestivals. Vom 13. bis 15. Mai kamen auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg rund 60 junge Zukunftsgestalter:innen mit Vordenker:innen und Innovator:innen wie Luisa Neubauer, Nora Sophie Griefahn oder Philipp von der Wippel zusammen, um innovative und wirksame Antworten auf zentralen Herausforderungen zu finden: Wie schützen wir das Klima, ohne die Gesellschaft zu spalten? Wie verteidigen wir die Demokratie, ohne ihr die Vision der Freiheit zu rauben? Und wie nutzen wir künstliche Intelligenz für alle im Sinne des Gemeinwohls?

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Der Hel­mut-Schmidt-Zu­kunfts­preis 2023 an San­na Ma­rin

Am 4. Mai 2023 wurde die  finnische Sozialdemokratin Sanna Marin im Hamburger Thalia Theater mit dem Helmut-Schmidt-Zukunftspreis ausgezeichnet.

„Der Helmut-Schmidt-Zukunftspreis geht an eine wegweisende Europäerin mit klaren Werten und einem eigenen politischen Stil. Sie hat Finnland höchst effektiv durch die Coronapandemie gebracht. Sanna Marin ist angetreten, um die Welt zu verbessern, und nicht, um einfach nur Politikerin zu sein. Das bleibt ihr Maßstab. Sie hat bereits einen neuen und wirksamen Politikstil geprägt, klare Kante gegen den russischen Aggressor gezeigt und den Klimaschutz vorangebracht. Dazu kommt ein großes Potenzial Sanna Marins für die Zukunft – nämlich mit klarem Blick für die Realitäten ihr Land, Europa, die Welt weiterhin etwas sicherer, fairer und grüner zu machen“, sagt Uwe Jean Heuser, Juryvorsitzender des Helmut-Schmidt-Zukunftspreises.

Igor Levit, Pianist und Jury-Mitglied, spielte Beethoven und Schubert und erklärte im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, warum er eher aufs Klavierspielen verzichten würde, als darauf, sich politisch zu engagieren. Ein weiteres Highlight: Ella Elia Anschein und sechs Zukunftsgestalter:innen präsentierten in einem Poetic Recording die Ergebenisse des Helmut-Schmidt-Zukunftsfestivals, auf dem junge Viosionär:innen gemeinsam mit Emilia Milla Fester, Kübra Gümüsay und weiteren Impulsgeber:innen an der Leuphana Universität Ideen für eine bessere Zukunft entwickelten. Tagesthemen-Moderatorin Aline Abboud führte durch die Veranstaltung.

Schauen Sie sich hier den Mitschnitt und die Highlights der Preisverleihung an:

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Das Helmut-Schmidt-Zukunftsfestival 2023

Was macht das Neue gut?

Gute Ideen haben viele. Nicht wenige werden damit sogar reich. Doch welche Ideen haben wirklich Zukunft und halten, was sie versprechen: ein nachhaltiger Beitrag zu sein für eine bessere Welt? Innovationen können begeistern. Bedeutsam werden sie aber erst dann, wenn sie das Neue mit Verantwortung entwerfen.

Der Helmut-Schmidt-Zukunftspreis hat ein eigenes Zukunftsfestival bekommen. Am 3. und 4. Mai 2023 kamen auf dem Campus der Leuphana Universität knapp 50 Zukunftsgestalter: innen und Impulsgeber: innen  zusammen, um verantwortungsvollen Wandel auszuloten und neue Ideen in die Welt zu tragen. Mit dabei waren unter anderem Emilia Milla Fester (Jüngste Bundestagsabgeordnete der Grünen), Kübra Gümüsay (Autorin), Anne Lamp (Gründerin und Geschäftsführerin von Traceless), und Philipp von der Wippel (Mitbegründer und Vorsitzender von Project Together). Bei der Verleihung des Helmut-Schmidt-Zukunftspreises wurden die Schlüsselideen in Form eines Poetic Recordings auf der Bühne des Thalia Theaters vorgestellt.

Der Hel­mut-Schmidt-Zu­kunfts­preis 2022 an Va­nes­sa Naka­te

Am 28. Juni 2022 wurde Vanessa Nakate als erste Preisträgerin in der Hamburger Elbphilharmonie mit dem Helmut-Schmidt-Zukunftspreis ausgezeichnet.

So begründet die Jury ihre Wahl: „Vanessa Nakate ist eine der führenden Stimmen für Klimagerechtigkeit, eine Stimme der jungen Generation, der Zukunft, des Globalen Südens. Sie tritt ein für Uganda, Afrika und darüber hinaus, für einen großen Teil der Erde, der besonders stark vom Klimawandel betroffen ist – und am wenigsten dafür kann. Sie ist mutig, innovativ, verantwortungsvoll und steht stellvertretend für viele Aktivistinnen und Aktivisten, die ein neues globales Gemeinwohl definieren. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft viel von Vanessa Nakate zu lernen, und verleihen ihr voll Freude und Respekt den Helmut-Schmidt-Zukunftspreis 2022.“

Schauen Sie sich hier die Highlights der Preisverleihung an:

Der Preis

„Politik ist nicht nur Denksport, sondern Politik ist auch Handeln“

(Helmut Schmidt, 1969)

Helmut Schmidt verstand Demokratie als Streit um die besten Lösungsansätze. Er vertraute auf die Kraft rationaler Elemente und war davon überzeugt, dass am Ende von intensiven Auseinandersetzungen über politische Fragen ein Kompromiss zu stehen hatte. Politische Entscheidungen wurden nach Schmidts klassischem Verständnis in Parlamenten von demokratisch legitimierten Parteien getroffen.

Zugleich pflegte Schmidt den Meinungsaustausch und die Debatte über Milieugrenzen hinweg mit breiten Gesellschaftsschichten, und „Vertrauen“ besaß für ihn als politische Kategorie eine immense Bedeutung. Er legte großen Wert darauf, komplexe Probleme zu durchdringen und sie fundiert aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Dies erklärt seinen Wissensdurst und seine Offenheit für neue und interdisziplinäre Ansätze. Bereits frühzeitig erkannte Schmidt, dass sich die Zukunftsfragen des fortgeschrittenen 20. Jahrhunderts nicht in den engen Grenzen des Nationalstaats beantworten ließen. Vielmehr brauchte es nach seiner Überzeugung europäische Antworten und globale Initiativen.

Künftig wird der Helmut-Schmidt-Zukunftspreis jährlich an eine internationale Persönlichkeit überreicht, die mit ihrem bedeutenden Wirken für innovative Leistungen in Demokratie und Gemeinwohl steht.

Die Ju­ry-Mit­glie­der

Die In­itia­to­ren

Das Hel­mut-Schmidt-Zu­kunfts­fes­ti­val ist ei­ne Ge­mein­schafts­in­itia­ti­ve mit

Wir dan­ken Pro­ject To­ge­ther für die Un­ter­stüt­zung des Zu­kunfts­fes­ti­vals

Kontakt

DIE ZEIT
Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen
Helmut-Schmidt-Haus
Buceriusstraße, Eingang Speersort 1
20095 Hamburg

E-Mail: helmut-schmidt-zukunftspreis@zeit.de
Telefon: +49 40 / 32 80 – 237
Fax: +49 40 / 32 71 11