Ei­ne Ge­nuss­rei­se durch Tou­lou­se

Genussreise + Toulouse + Frankreich

Lernen Sie mit dem Kulturjournalisten Camille Larbey die Geschmacks­richtungen der Hauptstadt Okzitaniens kennen und begeben Sie sich mit ihm auf eine kulinarische Reise durch Toulouse:

 

Auf dem Markt Victor-Hugo, der sich neben dem Place du Capitole befindet, gibt es zahl­reiche Marktstände mit lokalen Spezialitäten. Dazu gehört die berühmte Toulouser Wurst. Das Rezept für ihre Herstellung ist seit dem 18. Jahr­hundert unver­ändert: 75 Prozent mageres Schwei­ne­fleisch und 25 Prozent Bauchfleisch, Salz und Pfeffer. Sie ist 3 Zentimeter breit, rosafarben (wie die Stadt) und wird in Naturdarm hergestellt. Die Toulouser Wurst wird in der Pfanne gebraten, gegrillt oder zur Zubereitung der anderen großen Spezialität der Gegend verwendet: dem Cassoulet. Dessen Name leitet sich von »la cassole« (Tontopf) ab, in dem es stundenlang köchelt. Für ein gutes Cassoulet begeben Sie sich in den ersten Stock des Victor-Hugo-Marktes. Dort gibt es fünf Restaurants, die alle das Cassoulet auf ihrer Speisekarte haben. Eigentlich kommt dieses aus Bohnen und Fleisch beste­hende Gericht aus Castelnaudary, einer 60 Kilometer entfernten Stadt. In seiner Toulouser Variante wird die berühmte Wurst hinzugefügt.

Zum Nachtisch gibt es Fénétra, einen Kuchen aus Mandeln, Aprikosen und Zitronat. Er soll auf die Zeit der Römer zurückgehen, die ihn anläss­lich des Totenfests aßen.

Eine weitere Spezialität von Toulouse ist das Veilchen. Obwohl es nicht aus der Region stammt, wird es hier schon seit über 150 Jahren angebaut. Der Legende nach war es ein Soldat von Napoleon III., der die berühmte Blume auf dem Rückweg von Italien aus dem Piemont mitbrachte, um sie seiner schönen Frau, die in der Nähe von Toulouse wohnte, zu schenken. Das Veilchen wurde dann im Norden von Toulouse kultiviert, dort wo auch Gemüse angebaut wurde. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde es in großen Mengen produziert und bis nach Russland exportiert. Auch heute noch bauen Gemüsebauern das Veilchen im Norden der Stadt an. Man kann es in verschiedenen Formen genießen: als Honig, Bonbons, Schokolade, Marmelade, Würfelzucker, Senf, Öl, Likör, Tee …
Der Toulouser Chocolatier René Pillon hat als Hommage an die Stadt ein Blätterteigbonbon mit Nougat kreiert: la brique (Ziegelstein) du Capitole. Keine Sorge, der Bonbon ist nicht so hart wie ein echter rosafarbener Ziegelstein!

Wenn Sie noch Hunger haben, probieren Sie Millas, den typischen Maismehlkuchen aus dem Südwesten Frankreichs. Auf dem Land wurde er früher in einem Topf zubereitet, in dem zuvor Entenconfit gekocht wurde.

Auf gar keinen Fall sollten Sie weiterfahren, ohne den Cachou Lajaunie probiert zu haben. Dieser Lakritzbonbon, der Ende des 19. Jahr­hunderts von einem Apotheker in Toulouse erfunden wurde, ist mit der Zeit zu einem unver­zicht­baren Produkt geworden. Seine kleine gelbe Dose ist ein tolles Andenken an Ihren Besuch in Toulouse.

 

Über Camille Larbey:

Camille Larbey wollte als Kind wie Indiana Jones Archäologe werden. Bis zu dem Tag, an dem ihm klar wird, dass man in diesem Beruf mehr Zeit damit verbringt, in der Hocke an alten Steinen zu kratzen, als mit einer goldenen Statuette in der Hand aus einem verfluchten Tempel zu fliehen! Heute lebt er in Paris und arbeitet als Kulturjournalist. Er schreibt u.a. für Kunstmagazine, Underground-Zeitschriften und das französische ZEIT SPRACHEN Magazin Écoute.

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