Ma­ri­on-Dön­hoff-Preis für in­ter­na­tio­na­le Ver­stän­di­gung und Ver­söh­nung

„Denkt nicht nur an das eigene Leben, denn jeder von uns ist für das Ganze mit-verantwortlich. Die Gesellschaft kann nicht besser sein als die Summe ihrer Bürger.” (Marion Gräfin Dönhoff, 2001)

Der Preis

Marion Gräfin Dönhoff prägte als Chefredakteurin und Herausgeberin wie keine andere die ZEIT und ihre Entstehungsgeschichte. Nach ihrem Tod im Jahr 2002 wurde der Marion-Dönhoff-Preis ins Leben gerufen, um das geistige Erbe dieser großen Journalistin lebendig zu halten. Seit 18 Jahren vergeben DIE ZEIT, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die Marion Dönhoff Stiftung den Preis jeweils am 1. oder 2. Adventssonntag im Deutschen SchauSpielHaus, im Herzen Hamburgs. Der Marion-Dönhoff-Preis würdigt Menschen, die sich aus eigener Kraft und innerer Überzeugung für Verständigung und Versöhnung zwischen den Völkern einsetzen oder sich in vorbildlicher Weise für soziale oder kulturelle Projekte engagieren.

In vergangenen Jahr fand die Verleihung am Sonntag, 6. Dezember 2020, statt. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Preis erstmals bei einer digitalen Veranstaltung vergeben, die sich alle Interessierten vor dem heimischen Computer anschauen konnten. Ausgezeichnet wurden Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Wettbewerbskommissarin, sowie die Non-Proft-Organisation Viva con Auga de Sankt Pauli e. V. Die Laudationes hielten die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde und die Musikerin Joy Denalane.

Preis­trä­ge­rIn­nen des Ma­ri­on-Dön­hoff-Prei­ses 2020

Margrethe Vestager: Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wurde mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde.

Viva con Agua: Die Non-Profit-Organisation Viva con Agua de St. Pauli e. V. erhielt den Förderpreis. Die Musikerin Joy Denalane hielt die Laudatio.

Bis­he­ri­ge För­der- und Haupt­preis­trä­ger

Jahr Hauptpreisträger Förderpreisträger
2020 Margrethe Vestager Viva con Agua de Sankt Pauli e. V.
2019 Donald Tusk Fridays for Future
2018 Seyran Ateş Reporter ohne Grenzen e. V.
2017 The New York Times Pulse of Europe e. V.
2016 Navid Kermani Hanseatic Help e. V.
2015 Laura Poitras Barada Syrienhilfe e. V.
2014 Hans-Dietrich Genscher Madamfo Ghana e. V.
2013 Daniel Barenboim Cristo Vive Europa – Partner Lateinamerikas e. V.
2012 Karel Schwarzenberg Gunter Demnig: Projekt Stolpersteine
2011 Hildegard Hamm-Brücher Children for Tomorrow
2010 Michail Gorbatschow Farmschule Baumgartsbrunn
2009 Fritz Stern KinderBerg International e. V.
2008 Egon Bahr Masifunde Bildungsföderung e. V.
2007 Desmond Tutu Kreisau-Initiative e. V.
2006 Bronisław Geremek Kinderhilfe Afghanistan
2005 Ruth Pfau Junges Klangforum Mitte Europa
2004 Gesine Schwan Maximilian-Kolbe-Werk
2003 Rupert Neudeck Heim-statt Tschernobyl e. V.

Ma­ri­on Grä­fin Dön­hoff

© Marion Dönhoff Stiftung

„Eine Jahrhundert-Frau“ titelt DIE ZEIT am 26. November 2009 über Marion Gräfin Dönhoff, die in jenem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Erst als Chef­redakteurin und dann Heraus­geberin war sie die­jenige, die das Profil und die Geschichte der ZEIT so maß­geblich prägte wie keine andere. Doch das ist nur ein Teil ihrer Geschichte. 

Marion Gräfin Dönhoff konnte mehr als nur ein bedeutendes Prädikat auf sich vereinen: Grande Dame des deutschen Journalismus, Wider­stands­kämpferin, Preis­trägerin. Eine Frau, die sich Zeit ihres Lebens für Frieden und inter­nationale Zusammen­arbeit, für Toleranz und Gerechtig­keit ein­setzte, und niemals davor scheute, ihre Meinung und ihren Aktionismus kritisch kund­zu­tun. Eine Frau, die eine sieben­wöchige Flucht zu Pferd gen Westen antrat, mehr als zwanzig Bücher verfasste und zahl­reiche Aus­zeichnungen und Ehrungen erhielt. 

Ju­ry-Mit­glie­der

Die Stif­ter

DIE ZEIT

Am 21. Februar 1946 erschien in Hamburg die erste Ausgabe der Wochen­zeitung DIE ZEIT. Neun Jahre später wurde Marion Dönhoff Leiterin des Politik-Ressorts, später Chef­redakteurin und Heraus­geberin. Sie machte DIE ZEIT schon zu Beginn ihres Engagements zu einem unab­hängigen, liberalen, laut Dönhoff oft „zwischen allen Stühlen“ sitzenden Blatt. Mehr als 50 Jahre lang hat Marion Gräfin Dönhoff die Geschichte der ZEIT redaktionell, politisch und moralisch beeinflusst.   

DIE ZEIT ist auch heute in jeder Hinsicht außer­gewöhnlich: Mit einer verkauften Auflage von über 570.000 Exemplaren ist sie die größte Qualitäts­zeitung Deutschlands und erreicht über 2 Millionen Leserinnen und Leser. Außerdem sind die Hamburger Wochen­zeitung und ihre Autorinnen und Autoren preis­gekrönt: 30 journalistische Preise gewannen sie alleine 2020 für ihre Arbeiten.  

Mit ZEIT ONLINE hat die ZEIT Verlagsgruppe eines der größten Angebote für anspruchsvollen Online-Journalismus im Portfolio. Neben der Zeitung, der Webseite und erfolgreichen Magazinen für verschiedene Zielgruppen produzieren DIE ZEIT und ZEIT ONLINE auch zahlreiche reichweitenstarke Podcasts. 

 

ZEIT-Stiftung

Der liberale Geist Hamburgs und die auf­geschlossene Denkart von Ebelin und Gerd Bucerius prägen die ZEIT-Stifung Ebelin und Gerd Bucerius. Gerd Bucerius gründete 1946 die Hamburger Wochen­zeitung DIE ZEIT, für die Ebelin Bucerius als Geschäfts­führerin des ZEIT Verlags wirkte, und 1971 die gemein­nützige ZEIT-Stiftung. 

Heute fördert sie Wissen­schaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie Bildung und Erziehung, initiiert Debatten zu Themen, die Politik und Gesellschaft betreffen, und eröffnet Foren zur digitalen Entwicklung. Beredte Einmischung, eine streit­bare Haltung und aktives bürger­schaftliches Engagement kenn­zeichneten Gerd Bucerius. Sein leiden­schaftliches Interesse für Politik, Wirtschaft und Kultur hat DIE ZEIT geprägt. In dieser Tradition sieht sich auch die Stiftung, die seinen und den Namen seiner Frau trägt. 

 

Marion Dönhoff Stiftung

Marion Gräfin Dönhoff gründete ihre Stiftung im Jahre 1988 aus ihren Buch­honoraren und Preis­geldern und verfolgte mit ihr das Ziel, zur dauer­haften Völker­verständigung zwischen Deutschland und den Staaten Ost­europas beizu­tragen. Heute fördert die Stiftung Wissen­schaft, Forschung, Jugendhilfe, kulturelle Vorhaben und Einrichtungen sowie Bildung durch die Vergabe von Stipendien und Forschungs­zuschüssen. 

Der Stiftungs­vorstand setzt sich zusammen aus Hermann Graf Hatzfeldt, Vorsitzender des Vorstands, Irene Brauer, Geschäfts­führender Vorstand, Dr. Gunter Hofmann, Friedrich Graf Dönhoff, Adam Krzeminski und Dr. Irina Sherbakowa. 

 



Kontakt

Marion Dönhoff Preis
DIE ZEIT
Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen
Helmut-Schmidt-Haus
Buceriusstraße, Eingang Speersort 1
20095 Hamburg

Telefon: +49 40 / 32 80 – 237
Fax: +49 40 / 32 71 11
E-Mail: Marion-Doenhoff-Preis@zeit.de